Vorworte

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Die Chance unserer Zeit: Gemeinsam Leben gestalten

Erstmals in der Geschichte fragt sich eine große Zahl von Menschen, wie verschiedene Generationen ihr Leben gemeinsam gestalten können. Vielfältige Widersprüche treiben dieses Suchen an: Nie zuvor lebten so viele Generationen gleichzeitig, in keiner Epoche wuchs die Einsicht in Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ähnlich an. Selten wurde so energisch debattiert, was angemessene Begleitung, Erziehung und Bildung sind. Orientierung ist erforderlich:

Stand bislang der Wunsch nach materiellem Wohlstand im Mittelpunkt, beeinträchtigt heute materielle Übernutzung unsere Lebensqualität. Parallel entstehen neue Armutsformen – Armut an sozialer Teilhabe und Gesundheit. Dies wiegt doppelt, wo nicht primär Leistung, vielmehr emotionales Geschehen als sinnstiftend erlebt wird. Eltern wünschen sich ihre Kinder als glückliche Menschen, die nicht irgendeinen, vielmehr ihren ganz eigenen Weg finden – der gleichwohl gesellschaftlich anerkannt und von Erfolg begleitet sein soll. Mit diesem Ansinnen befasst sind Eltern, Nachbarschaften und das professionelle Dorf – im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich Tätige. Wenn jedes Lebensalter seine Schätze einbringt, nicht für, sondern mit Kindern und Jugendlichen, entstehen die besten Lösungen. Die Orientierungstage für Gemeinden sind ein Pilotversuch: Junge Menschen, Eltern, PraktikerInnen, ForscherInnen lernen innovative Projekte kennen und denken sie gemeinsam weiter. Wir danken der Marktgemeinde Lustenau für Gastgeberschaft und inspirierende Zusammenarbeit, der Vorarlberger Landesregierung für verlässliche Unterstützung. Mögen diese Tage unser Miteinander stärken!

Stefan Allgäuer (ifs) / Carmen Feuchtner (Welt der Kinder) / Christoph Hackspiel (Vorarlberger Kinderdorf) / Sabine Juffinger (SOS-Kinderdorf) / Gerhard König (Welt der Kinder) / Peter Klinger (Caritas) / Bernd Klisch (aks)


  

Um ein Kind aufzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf.

Wie können wir gut für unsere Kinder und Jugendlichen sorgen, uns gemeinsam für sie stark machen? Diese Frage beschäftigt mich als Mensch und Politiker seit vielen Jahren. Inspiration und Anregungen habe ich mir immer wieder beim Symposium Kindheit und Gesellschaft geholt. Heuer sind die Verantwortlichen von Welt der Kinder und dem Netzwerk der Sozialeinrichtungen meiner Einladung gefolgt, exemplarisch für Gemeinden zu zeigen: Wie können neue Wege in der Begleitung unserer jüngsten BürgerInnen aussehen? Wie kann man aus den vielen Angeboten ein tragfähiges Netz knüpfen – im Bewusstsein, dass unsere Initiativen nur langfristig erfolgreich sein können, wenn sich die Akteure miteinander vernetzen und gemeinsam die Entwicklungschancen junger Menschen erhöhen? Welche Innovationen sind anzustreben? Wie können sich möglichst viele Menschen einer Gemeinde für ein Miteinander der Generationen einsetzen?

Orientierungstage als Kompass für unruhige Gewässer: Vor Beginn des Schuljahres laden wir ein, aus dem Sommer anzukommen und im Zusammenspiel aller Partner ins Arbeitsjahr aufzubrechen. Inspiriert und orientiert kann das Nebeneinander zum Miteinander werden, in dem wir alle mit Kindern und Jugendlichen dazulernen. Leuchttürme gelungener Praxis treffen auf richtungsweisende Theorien und die Hoffnung, dass eine Welle der Beteiligung unser „Dorf“ bewegen kann. Ich danke allen Wegbereitern der Orientierungstage – Kindheit und Gesellschaft 2012 und freue mich auf bewegende Begegnungen in unserem „Dorf“.

Kurt Fischer
Bgm. Marktgemeinde Lustenau