Grundlagen 2007-2009

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Kindheit und Gesellschaft
Grundlagen 2007 bis 2009

Ein Netzwerk von Organisationen -
Die Symposia Kindheit und Gesellschaft I – III (2007-2009)

Die Symposia Kindheit und Gesellschaft werden von einem Netzwerk regional, national und international tätiger Organisationen durchgeführt. Die Initiative dazu geht von Welt der Kinder aus: Hauptverantwortlich für Konzeption und Durchführung sind Dr.med. Gerhard König, Arzt, Filmregisseur, Psychotherapeut und langjährig in der humanitären Hilfe tätig, sowie Mag.phil. Carmen Feuchtner, Historikerin und Romanistin mit Arbeitsschwerpunkt Konzeptentwicklung im Sozialbereich. Beraten werden die Kuratorinnen von einem interdisziplinär angelegten Personenkreis aus Wissenschaft, Kunst und Praxisforschung (siehe Keynotespeaker der Symposia 2007 und 2008) sowie den Geschäftsführern der Partnerorganisationen: Dr. Stefan Allgäuer, Mag. Helmut Fornetran, Dr. Christoph Hackspiel, Dr. Sabine Juffinger, Dr. Marlies Matt, Dir. Peter Klinger, Dr. Christian Posch.

Partnerorganisationen und Förderer sind auf regionaler Ebene der Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin, die Caritas, das Institut für Sozialdienste, das SOS-Kinderdorf und das Vorarlberger Kinderdorf sowie die Vorarlberger Landesregierung. Auf Bundesebene(Österreich) und EU- Ebene der Fonds Gesundes Österreich, das Bundesministerium für Gesundheit, Familie, Jugend, die Austrian Development Agency/Österreichische Entwicklungszusammenarbeit und die Gesellschaft für politische Bildung. Weiters stehen wir im Austausch zu den verantwortlichen Betreibern des Ökosozialen  Forums sowie zu einem Netzwerk von Organisationen im Non-Profitbereich, insbesondere den National Coalitions Kinderrechte der Länder Deutschland, Schweiz und Österreich.


Eine langfristige Perspektive: Eine Region mit einer anderen Region.

Als langfristige Perspektive unserer Arbeit widmen wir uns der Frage, was eine geographisch umschlossene Region in Europa (wie Vorarlberg, in Kooperation mit den nationalen und europäischen Systemen der Entwicklungszusammenarbeit) in der internationalen Zusammenarbeit mit Ländern bewirken kann, in denen Kinder unter drastisch ungünstigeren Bedingungen aufwachsen. In einer holistischen Perspektive, ausgehend von den aktuellen Lebensbedingungen von Kindern, arbeiten wir im Sinne einer Verbesserung der Lebenssituationen von Kindern (und deren Systemen) auf die Realisierung eines exemplarisch entwickelten Vorhabens „eine Region mit/für eine andere Region„ hin.

Wir unterstützen gute nachbarschaftliche Beziehungen (Europas) zu afrikanischen Partnern. Für 2010 wird im Laufe der kommenden 1,5 Jahre und im Kontext der Symposiumsprozesse 2007-2009 eine Partnerkonferenz in Addis Abeba vorbereitet.

Mit unserem Projekt reihen wir uns ein in die "melioristischen", auf die Verbesserung der humanitären Lage weltweit gerichteten Milleniumsziele der Vereinten Nationen, deren fünf (von insgesamt acht) unmittelbar der Verbesserung der Lebenssituation von Kindern dienen (Armutsbekämpfung; Bildung für alle Kinder; Substantielle Senkung der Kindersterblichkeit; Verbesserte Gesundheit von Müttern/Frauenrechte; Kampf gegen transmissible Krankheiten); weitere 3 kommen der mittelbaren Verbesserung des Status der Kinder zugute (Schutz der Umwelt /sauberes Trinkwasser; gute Partnerschaften / Entwicklungszusammenarbeit / Medikamente / Informations-technologien für alle).

Wir definieren die Wertschöpfungen aus dem hier vorgestellten Projekt im Kontext einer ‚Good Global Governance‘ mit Prozessprinzipien, die die Entwicklung von Standards und Regimen im Sinne der Bio-Psycho-Öko-Sozialen Gesundheit von Kindern anstreben (sowie deren Supervision und Kontrolle).

Die Anstrengung liegt darin, zu verstehen.
Das richtige Verständnis ermöglicht sinnvolles Handeln.

Auf dem Weg dahin, leiderzeugende soziale und ökonomische Umstände für Kinder zu mindern und Mental Health im ökonomischen, ökologischen und biopsychosozialen Kontext zu begreifen, geht es zunächst darum, die Erkenntnisse verschiedener Disziplinen und der Betroffenen (ExpertInnen in eigener Sache) zueinander in Kontakt zu bringen.

Ein differenziertes Verständnis über die Wechselwirkungen der verschiedenen Einflussfaktoren im Leben von Kindern erlaubt es, den sinnvollsten Zugang im Handeln zu gewinnen.


Von der Traumaforschung zu gesellschaftspolitischen Fragen

Am Beginn dieses Prozesses führten wir zwischen 2000 und 2005 jährlich internationale Symposien zur Thematik ‚Kindheit und Trauma‘ durch:  ExpertInnen aus verschiedenen Kulturkreisen und interdisziplinäre Diskurse ermöglichten es, grundlegende Erkenntnisse aus Praxisforschung, Theorie und Beteiligungsprozessen zusammen zu führen.

Mit der expliziten Erweiterung der ursprünglichen Fragestellung ‚Kindheit und Trauma‘ hin zu‚ Kindheit und Gesellschaft - zur gegenwärtigen Situation der Kinder in einer globalisierten Welt‘ fokussieren wir Möglichkeiten der Prävention und Intervention durch sozialpolitische/politische Maßnahmen und humanitäre Initiativen (z. B. durch NGOs), basierend wiederum auf den Erkenntnissen verschiedener Disziplinen und kultureller Praktiken.

Unser Werkzeug hierbei ist der differenziert ausgestaltete interdisziplinäre, interkulturelle und international ausgerichtete Polylog (Petzold), der alle Diskurspartner gleichberechtigt und vertrauensvoll behandelt. Er dient der Suche nach Strukturen des Denkens, Fühlens, Wollens, Kommunizierens und Handelns, den Strukturen von "informed beliefs", jenen kollektiven mentalen Repräsentationen und ihrem Niederschlag im jeweiligen Gegenüber - auf der individuellen, aber auch auf der kollektiven Ebene etwa in sozialen Organisationen auf der Mikro-, Meso- und Makroebene.

Um zu verstehen, wie der Mensch/die Gruppe von Menschen, denkt, fühlt  und handelt, ist es erforderlich, den Menschen als biopsychosoziales Wesen in seinen soziokulturellen Kontexten zu begreifen. Anerkennen, dass wir hineingeboren sind und sozialisiert werden in einer bestimmten Kultur und Wissensgemeinschaft, in vorgegebene ökonomische, ökologische, historisch gewachsene Realitätslagen. In unterschiedlich ausgestaltete Abstraktionsformen und Intensitäten. Aus Kenntnis dieser vielgefalteten Realitäten und den daraus resultierenden mentalen Welten können wir auf eine gemeinsam teilbare Vorstellung von Gegenwart und Zukunft zugehen.


Wissensmanagement, Best Practice und Netzwerkarbeit

Auf Basis der diskursiv gewonnenen Erkenntnisse aus Praxis, Forschung und Beteiligung ergeben sich relevante Interventionsstrategien und Handlungsstrukturen, die die Perspektive des Kindes gleichwürdigen und es ermöglichen, sinnvolle und gelingende Interventionsmöglichkeiten zu identifizieren, die in bestehende und neu entstehende Netzwerke und politische Formationen kommuniziert werden können.

Grundlegend wird angestrebt, dass die Erkenntnisse aus diesen vielfältigen und komplexen Prozessen eine weitreichende Orientierung und miteinander geteilte Wertebildung ermöglichen, sodass die teilhabenden Personen / Gruppen / Organisationen in ihrem gesellschaftspolitischen Eintreten gestärkt werden.

Die Prozesse der Symposia der Jahre 2007 und 2008 bestärken und ermutigen uns infolge der lebendigen Diskurse und breiten Akzeptanz des TeilnehmerInnenkreises (aus vielen verschiedenen Berufsfeldern) im Jahr 2009 eine Vergrößerung des Aktionskreises zu beginnen.

 
Die im Jahr 2009 am interdisziplinären Diskurs beteiligten Disziplinen / Wissenssozialisationen sind:

• Kunst (Musik + Tanz/Theater)
• Medizin / Gesundheits- und Neurowissenschaften
• Ökonomie
• Ökologie
• Organisationsentwicklung / Gute Praxis
• Pädagogik
• Politik
• Psychologie / Psychotherapie / Psychiatrie
• Recht / Kinderrechte / Menschenrechte
• Philosophie / Sinn-Wert Orientierung / Ethik
• Sozialarbeit
• Soziologie


Thematische Schwerpunkte

Jedes der drei Symposia (2007, 2008 und 2009) ist mit einem zentral gesetzten Begriff geführt, von dem aus und um den herum sich die Diskurse entfalten.

Im Jahr 2007 lautete dieser Begriff: ‚Mentalisierung
Im Jahr 2008: ‚Identität‘.
Im Jahr 2009 wählen wir als Kristallisationspunkt die Werte bezeichnenden Begriffe: Freiheit, Gleichwürdigung, Partizipation, auf die jeweils aus disziplinenspezifischer Sicht von den Keynotespeakern eingegangen wird. Das konkrete Thema / der Titel des jeweiligen Keynotereferates wird gemeinsam mit den eingeladenen Keynotespeakern im Vorfeld im Austausch erarbeitet; in Rekurs auf die Publikationen und Vorschläge der Keynote-Speaker.

Keynote Referate, gemeinsame Gespräche/Diskussionen im Plenum und fokussiertes Arbeiten in den Ateliers/Workshops führen die vielfältigen Einflüsse zusammen.

Publikationen

Die Ergebnisse des 3-Jahresprozesses (2007 bis 2009) werden im Jahr 2010 publiziert. Einige Referate der Vorjahre finden sich auch in der Ausgabe 2009 der Zeitschrift Integrative Therapie. Zeitschrift für vergleichende Psychotherapie und Methodenintegration. Krammer Verlag. Die Doppelnummer wird von Mag. Carmen Feuchtner und Dr. Gerhard König in Kooperation mit Prof. Dr.Dr.Dr.Dr. Hilarion Petzold redaktionell begleitet. In unseren Prozessen suchen wir die Partnerschaft mit qualitativ hochwertigen Printmedien und TV-Anstalten, die für die Kommunikation in eine breite Öffentlichkeit die entsprechenden qualitativen Grundlagen garantieren.

Für weitere Informationen

dürfen wir Sie unter http://www.weltderkinder.at/ auf die Einführungstexte und Programme der Symposia Kindheit und Gesellschaft I und II (2007 und 2008) hinweisen.


Zusammenfassend

Wir stellen uns zentral die Frage, was die Wissensbestände der psychosozialen Wissenschaften und Praktiken und, darüber hinaus (als Umgebungsfaktoren), der Sozial-, Geistes-, Natur-, Rechts-, Kultur- und Politikwissenschaften zur gesellschaftspolitischen Gestaltung zur Verbesserung der aktuellen Lebenssituationen von Kindern weltweit und wesenhaft beitragen können und beitragen sollten.


Dr. Gerhard König, Mag. Carmen Feuchtner (Welt der Kinder), Dr. Stefan Allgäuer (ifs), Dr. Christoph Hackspiel (Vorarlberger Kinderdorf), Mag. Sabine Juffinger, Dr. Christian Posch, Dr. Christian Honold (SOS Kinderdorf), Dir. Peter Klinger (Caritas), Ing. Mag. Helmut Fornetran (aks), Dr. Wolfgang Aichelburg (children at risk/Welt der Kinder)