Einführung

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Humanitäres Engagement und gesellschaftspolitisches Handeln für Kinder

Freiheit? Gleichwürdigung. Partizipation! Schutz

Die UN-Kinderrechtskonvention (KRK) liest sich als ermutigendes Dokument einer weltbürgerlichen Absicht: Sie fasst den Traum von einer gerechten Welt, die Notwendigkeit von Schutz, Versorgung und Teilhabe für Kinder, ausbuchstabiert in 54 Artikeln. Ein Hoffnungsbekenntnis in den guten, freien Menschen: Dem Kind wird, altersgemäß, freie Mitsprache in allen es berührenden Angelegenheiten zuerkannt. (Art. 12) Bildung muss ermöglichen, das Kind „auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft im Geist der Verständigung, des Friedens, der Toleranz, der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Freundschaft zwischen allen Völkern und ethnischen, nationalen und religiösen Gruppen sowie zu Ureinwohnern vorzubereiten.“ und ihm “Achtung vor der natürlichen Umwelt vermitteln.“ (Art. 29)

Konsequent werden Werte ausdifferenziert, wie sie die Menschheit seit jeher als Goldene Regel der praktischen Ethik und aller Religionen fasst: „Worüber du beim Nächsten unwillig wirst, das tue selbst nicht.“ (seit Thales von Milet 600 v. Chr. in vielen Varianten). Als  Voraussetzung für eine verantwortungsvolle Teilhabe erkennt die KRK: Nur ausreichender Schutz des Kindes vor den Irrtümern und Verhehrungen Erwachsener wird den jungen Menschen ethisch handeln lassen. Diese Lehre wurde nicht zuletzt gezogen aus der Erfahrung der „totalen Herrschaft“, die eine von Anfang an dem Begriff der Menschenrechte innewohnende Paradoxie kenntlich machte: Dass diese mit einem "Menschen überhaupt" rechneten, den es nirgends gab. (Hannah Arendt)
Menschen verlieren vermeintlich unveräußerliche Menschenrechte, wenn sie den Schutz sozialer Zugehörigkeit verlieren. Sie verlieren Möglichkeiten zu handeln, verantwortlich, für sich selbst und andere. Sie verlieren ihre Würde. Ihr Leben.

Und wir wissen heute: Unsere Verantwortung endet nicht an der nationalstaatlichen Grenze. Im Geist der Verständigung handeln zu können, wie von der KRK gefordert, diese Verantwortung setzt Einsicht in Gesamtzusammenhänge voraus, den Willen und die Kraft zu Erkenntnis und Wertebildung. Ein fein gesponnenes Netz gegenseitiger Einflussnahme verbindet die Lebensbedingungen von Kindern in den reichen Ländern der Welt mit jenen der armen und ärmsten Regionen. Nicht zuletzt die Krise von Ökologie, Finanz- und Wirtschaftsstrukturen - Krisen auch der Bewertung und Wertfindung -, verdeutlichen weltweite Verbundenheit und Abhängigkeit. Zukünftige zivilisierte Existenz kann nur global und vernetzt gedacht werden, im Ausgleich von Recht, Ressourcengerechtigkeit, Solidarität, Schutz.

Bestehendes unerträgliches Leid vieler Kinder auf dieser Erde kann nicht weiter geduldet werden (vgl. Jean Ziegler); keinen einzigen Tag mehr. Vielfach bestehendes Leid, vom Menschen verursacht, ist vermeidbar. Es kann und muss vom Menschen auch behoben werden.

Vom Hoffnungsbekenntnis zum informierten Handeln

So radikal, so berechtigt und notwendig die Forderung, so balanciert und differenziert kann der Weg zur nachhaltigen Antwort nur sein. Rasch als vehement politisch einzufordernde Krisenintervention. Und nachhaltig als differenzierter und vielgefalteter Entwicklungsgang. „Was sich so einfach sagt, ist so einfach nicht.“ wird dem Traum von der gerechten Welt entgegengehalten. „So einfach nicht“ ? Wir halten entgegen: „Dennoch möglich.“ Und mehr: "Unvermeidbar. Absolut notwendig". Die Frage gilt: Wie finden wir die Balance zwischen der Gesellschaft und dem Kind, den Bedingungen der Kindheit? Wie erreichen wir den Erwachsenen, was ermöglichen wir Kindern?

International – Interdisziplinär – Interkulturell

Mit dem Symposium wollen wir ein internationales Forum fortführen und erweitern, das die Bildung einer lernenden Community und den Austausch von Wissen und Erfahrung über die Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen, kultureller Kontexte, nationalstaatlicher und zivilgesellschaftlicher Strukturen hinweg ermöglicht. Auf diese Konstellationen gehen wir mit dem Symposium zu und suchen die relevanten Schnittstellen auf. Wir befragen Menschen, die sich auf begründete Akzeptanz in ihrer Wissensdisziplin, in ihrer Kultur und Sozialität, in ihren Erfahrungsfeldern stützen können.

Bitte nehmen Sie Einblick in die nachfolgenden Ausführungen dieser Programmbroschüre mit Nennung der ReferentInnen und TeilhaberInnen, ihrer Zugehörigkeit zu wissenschaftlichen und kulturellen Disziplinen, ihren thematischen Schwerpunkten und den Diskursen, die im Kontext des Symposiums angelegt sind. Und begleiten Sie uns auf diesem Weg.

Wir betrachten es als eine große Chance, dass dieses Forum des Austausches (das Symposium wird seit dem Jahr 2000 in jährlicher Folge von einem breit geführten Netzwerk von Organisationen aus der Zivilgesellschaft  veranstaltet), der Meinungs- und Willensbildung (in Kooperation und unter Teilhabe vieler engagierter TeilnehmerInnen) über so viele Jahre konstant aufrecht erhalten werden konnte.

Mit der Hoffnung, dass es möglich ist, die Waage menschlicher Erfahrung und Gestaltungskraft zugunsten des Glücks zu neigen. Kindern und ihren lebenswichtigen Netzwerken Würde zu geben: Gegenwart. Und Zukunft.

Gerhard König und Carmen Feuchtner
Welt der Kinder im Namen aller Partner

Ein Dank sei hier allen unseren Partnern ausgesprochen. Für den inhaltlichen Austausch bedanken wir uns besonders bei Stefan Allgäuer, Helmut Fornetran, Ananas Girmai, Christoph Hackspiel, Sabine Juffinger, Peter Klinger, Marlies Matt, Christian Posch, Wolfgang Aichelburg, sowie bei Heike Mennel-Kopf, Thomas Müller, Manfred Hellrigl, Karla Tschofen, Maria Orthofer, Michael Rauth und BM Markus Linhart, sowie bei unseren ReferentInnen.