Biographien

Übersicht | Einführung | Folder (DE) | Folder (EN) | Donnerstag | Freitag | Samstag | Ateliers | Biographien | Grundlagen 07-08 | Rahmenprogramm | Partner

 

ReferentInnen

Josef Christian Aigner (A) Prof. Dr. phil.

Psychologe und Psychoanalytiker, Professor für Psychosoziale Arbeit und Psychoanalytische Pädagogik/Universität Innsbruck. Vorstandsmitglied des “Österreichischen Kinderschutzbundes - Verein für Gewaltlose Erziehung”; “Hans Czermak- Preis” 1993 für Verdienste gegen Gewalt an Kindern; Gründung (2003) und Leitung (bis 2007) der Koordinationsstelle “Elternbildung Tirol”; Gründung (2006) und wissenschaftliche Leitung des regionalen Bildungszentrums “Mundium” in Telfs. Arbeitsschwerpunkte Vater-Kind-Beziehung und neuerdings die Frage der Männer in der öffentlichen Erziehung (“Public fathers”-Forschungsprojekt).


Image

Gertrude Bogyi (A) Dr.

Klinische Psychologin und Psychotherapeutin (IP) an der Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters in Wien (AKH). Initiatorin, Geschäftsführerin und psychotherapeutische Leiterin des Ambulatoriums für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen - die Boje. Sie arbeitet seit 30 Jahren mit Kindern in akuten Krisensituationen und in der stationären Behandlung. Aufbau der interdisziplinären Bildungsprogramme der IP.

 
Image

Mary Gordon (Ca)

erlebte als Lehrerin wachsende Gewalt und Gefühlskälte im Klassenzimmer. Außenseiter wurden systematisch gedemütigt, Kinder reagierten zunehmend wie Roboter - kühl, mechanisch, gefühlsarm. Die Selbstmordrate unter Teenagern tendierte dramatisch nach oben. Um Abhilfe zu schaffen entwickelte Gordon mit Roots of Empathy ein ungewöhnliches Präventions-projekt für Kinder (Vorschule bis Eintritt ins Jugendalter). Es ermöglicht jungen Menschen, ihre emotionale Kompetenz zu aktualisieren, indem Schulklassen ein Baby aus einer Familie ihres Stadtteils “adoptieren”. Unter Aufsicht von geschulten Mitarbeitern und der Eltern besuchen sie “ihr” Kind mindestens einmal im Monat, lernen, es zu füttern und zu wickeln und nehmen über 2 Jahre an seiner Entwicklung Anteil. Das Baby lacht, weint, gluckst, strampelt, zeigt Ärger oder Angst — die Kinder sind herausgefordert, anhand seiner Gestik und Mimik das Befinden intuitiv zu “erfühlen” und Impulse zu deuten — sie lernen so, in sich hineinzuhorchen und lange verschüttete Emotionen wieder wahrzunehmen. Der Erfolg ist durch Studien der University of British Columbia/Vancouver belegt: Die Schüler verbessern Einfühlungsvermögen und Zivilcourage, vor allem aggressive ‘Problemkinder’ zeigen deutliche Verhaltensänderungen. Aggressives Verhalten geht signifikant zurück, soziale Kompetenz und Leistung der Schüler verbessern sich insgesamt. Roots of Empathy bietet das Programm von Mary Gordon inzwischen über Kanada hinaus auch in Neuseeland, Australien und den USA an. Mary Gordon wurde vielfach mit renom-mierten Preisen ausgezeichnet und als Mitglied in den Order of Canada aufgenommen, womit ein lebenslanger außergewöhn-licher Einsatz für Gesellschaft und Nation ausgezeichnet wird. Ihr Buch Roots of Empathy: Changing the World Child by Child ist in Canada ein Bestseller. Als erster weiblicher Ashoka Fellow wurde Mary Gordon in ihrem Engagement als Social Entrepreneur unterstützt, heute ist sie auch MItglied des Direktoriums der Ashoka Foundation. Im März 2008 war Roots of Empathy einer von drei Gewinnern des weltweiten Ashoka Wettbewerbs "Young Men at Risk". Mary Gordon beriet die Nelson Mandela Foundation und wurde mehrfach zum öffentlichen Dialog mit dem Dalai Lama eingeladen.

 

 
Image

Ananas Girmai (Ethiopia) MA

Im Jahr 2000 begründete Ananas Girmai die „Organisation Protection, respect and opportunity for children in the street“ (PROCS) in einem besonders belasteten Slum. Sie baute einen Treffpunkt für Straßenkinder auf mit Zugang zu Spielmöglichkeit, regelmäßigem Schulbesuch, Lernhilfe und –materialien sowie Verträgen mit den Kindern und Eltern: Beide Seiten erhalten Hilfe zur Selbsthilfe und verpflichten sich dazu, der Ausbildung der Kinder die Priorität zu geben. Heute betreut Ananas Girmai mit ihrem Team von 14 Angestellten (Streetworker, Lehrer und Ausbildner) ca. 250 Kinder in zwei Zentren. Das Projekt wird von der Caritas Vorarlberg co-finanziert.

 

Klaus Hurrelmann (D) Prof. Dr.

lehrt Social Sciences und Health Sciences an der Universität Bielefeld, Gründer und Leiter der Fakultät für Health Sciences und das Centre for Child and Adolescent Health Promotion bis 2007. Hauptfokus dieser Kooperation mit der WHO ist der internationale Vergleich der Gesundheitssituation von Jugendlichen (2003 – 2007). Das Bielefelder Zentrum ist eingebunden in ein weltweites Netzwerk verschiedener Zentren der Gesundheitspromotion. Fokus des WHO Collaborating Centre in Bielefeld: Ausführung und Analyse der Studie “Health Behaviour in Schoolaged Children” (HBSC) für Deutschland. Seit 1982 wurde die Studie in einer wachsenden Zahl von Ländern alle 4 Jahre durchgeführt, Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren. Publikationen von Klaus Hurrelmann u.a.: „Human Development and Health“, „Social Structure and Personality Development“, “International Handbook of Adolescence”, “International Handbook of Public Health”, „Health Risks and Developmental Transitions During Adolescence”.

 
Image

Victor Igreja (Mozambique/NL) Dr.

Forscht und lehrt zur transkulturellen Psychologie und Psychotherapie. Langjährige Arbeit/Forschung in der Mozambiquanischen NGO “Esperança para Todos” (AEPATO) zu Kriegstraumatisierungen und individuellen und kollektiven Coping Strategien (traditionelle Riten, soziales Gefüge, gesellschaftliche Normen) in den vormaligen Kriegsgebieten von Zentral-Mozambique. Igreja gehört zum viel versprechenden afrikanischen wissenschaftlichen Nachwuchs und ist international anerkannter Experte für “nicht westliche” Konzepte von Gesundheit und Krankheit, von Trauma und Psychotrauma, von Therapie und Prävention.

 
Image

Jesper Juul (Dänemark)

Familientherapeut, Leiter des Kempler Institute of Scandinavia in Odder, zentraler Promoter der Familientherapie in Dänemark und Begründer von Familylab, einem Programm zur Elternbegleitung in mittlerweile in 6 europäischen Ländern. Therapeutische Arbeit in Flüchtlingslagern in Kroatien und Bosnien. Autor von Erziehungsratgebern und Büchern. Seine bekannteste Publikation „Das kompetente Kind“ erschien mittlerweile in der 9. Auflage und wurde in 13 Sprachen übersetzt.

 
Image

Lothar Krappmann (Deutschland)

Theologe, Soziologe, Kinderrechtsexperte; Seine Arbeit über „Soziologische Dimensionen der Identität“ ist mittlerweile in 10. Auflage erschienen und gilt als soziologisches Standardwerk. Bis 2001 war Lothar Krappmann wissenschaftlicher Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Berlin; Honorarprofessor für Soziologie der Erziehung an der Freien Universität Berlin. 2003 wurde er als eines von 13 Mitgliedern in den UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes gewählt und 2007 für weitere vier Jahre in diesem Amt bestätigt.

 
Image

Georg Lennkh (A) Dr.

Botschafter des österr. Außenministeriums (Tokio, New York). 1978 bis 1983 im Büro von Bundeskanzler Bruno Kreisky zuständig für außenpolitische Fragen. U.a. Vorbereitung des Nord-Südgipfels in Cancun (Mexiko), Sondermissionen in den Nahen Osten. Ab 1983 österr. Botschafter bei der OECD (Paris), ab 1993 Leiter der österr. Entwicklungszusammenarbeit 1998 – 2000 Leitung der Burundi Friedensverhandlungen in Arusha; seit 2005 Sonderbeauftragter für Afrika im Außenministerium. 2006 Führung der Afrika-Agenden im Rahmen des österr. EU-Vorsitzes, dann Sonderbeauftragter der jew. EU-Präsidentschaft für den politischen Dialog im Tschad.

 

Sheila Melzak (GB) Psychoanalytikerin

Langjährige Leiterin der Child and Adolescent Psychotherapy / Medical Foundation, Caring for Victims of Torture. Therapeutische Begleitung von Flüchtlingskindern und –jugendlichen aus Afrika, Asien und Ex-Jugoslawien.

 

Melinda Ashley Meyer (Norwegen) Ph.D.

Expressive Arts Therapy. Direktorin der Psychodrama- und Bioenergetik TherapeutInnen. Spezialisierung für Klinisch-Psychiatrische Arbeitsfelder. Meyer arbeitet und forscht am Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge / Universität Oslo und am ‘Norwegischen Zentrum für Gewalt- und Traumatic Stress Forschung’. Internationale Lehrtätigkeit: Ihre Workshops bauen darauf auf, Rituale des Körpers wieder zu finden, die den Alltag über Generationen geprägt haben. Diese Gesten, in der Gruppe ausgeführt, tragen insbesondere nach Flucht, Migration und Trauma dazu bei, die Körpererfahrung zu zentrieren und stärken dadurch ein Gefühl körperlicher Integrität.

 
Image

Yassaman Montazami (F/Iran) Ph.D.

Klin. Psychologin, PhD an der Graduate School of Psychopathology and Psychoanalysis / Paris VII. Im Rahmen von AVRE Paris Begleitung von minderjährigen Flüchtlingen, Kindersoldaten und Folteropfern. Leiterin des Ausbildungsdepartements von AVRE.

 
Image

Claudia Niedermair (A) Dr. Phil

Pädagogin mit Grundschul-, Heilpädagogik- und Montessori-Lehramt, Prof. der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, langjährige Erfahrung in inklusivem Unterricht, Begleitung von Teams bei der Entwicklung von offenen Unterrichtsstrukturen. Schwerpunkte: Kinder als Subjekte des Lernens, selbst gesteuertes und eigenverantwortliches Lernen.

 
Image

Josef Perger (I) Univ. Doz.

Habilitiert im Bereich zeitgenössischer Theorien des Wissens. Perger arbeitet in der Lehre sowie an Ausbildungs- und Gestaltungsprojekten (Italien, Schweiz, Österreich). Seine Projekte reflektieren häufig Aspekte der Gestaltung von Lebensräumen, insbesondere diejenigen der Peripherie und des ländlichen Raums. Sie werden aus architektonischer, kulturgeschichtlicher und agrikultureller Sicht betrachtet, vor allem aber aus dem Interesse für die Implikationen der betreffenden Lebenswelt sowie der Weitergabe von Wissen und Erfahrung im Miteinander der Generationen.

 
Image

Hilarion Petzold (D, NL) Univ. Prof. Dr. Dr.

Entwickler und Begründer des schulenübergreifenden Modells der Integrativen Therapie. Studium der Neurobiologie. Lehrstuhl für Psychologie, klinische Bewegungstherapie und Psychomotorik an der Freien Universität Amsterdam. Wissenschaftlicher Leiter der Studiengänge Psychotraumatologie, Donau-Universität Krems. Director of Psychodrama des Moreno Institutes New York. Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter der “Europäischen Akademie für Psychosoziale Gesundheit”. Autor zahlreicher Bücher und Fachpublikationen. Aktivitäten in den Bereichen Supervision, Organisationsentwicklung, Coaching im Non-Profit- und Profitbereich.

 
Image

Klemens Riegler (A) Mag. rer. oec.

Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Personalentwicklung und -leitung eines großen Automobilkonzerns baute Klemens Riegler zunächst ehrenamtlich die Global Marshall Initiative mit auf und übernahm schließlich deren hauptamtliche Geschäftsführung. Seit 2007 Geschäftsführer des Ökosozialen Forums Österreich und des Ökosozialen Forums Europa. Mitglied des Steuerungskreises des Forums Nachhaltiges Österreich und Mitglied des Hochschulbeirats der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien.

 

Martin Schenk (A) Mag.

Sozialexperte der Diakonie Österreich mit den Schwerpunkten Welfare Policy, Armut, Gesundheit und Integration. Mitbegründer der Armutskonferenz (Österr. Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung). Freier Mitarbeiter der Straßenzeitung „Augustin“. Mitglied des Menschenrechtsbeirats im Innenministerium. Mitinitiator wie Mitarbeiter zahlreicher soz. Aktionen wie „Wiener Spendenparlament“, „Hunger auf Kunst und Kultur“ (Theater, Kino, Konzert für Leute ohne Geld), „Sichtbar Werden“ (Armutsbetroffene organisieren sich), Hemayat (Psychotherapeutische und medizinische Betreuung für traumatisierte Flüchtlinge), oicocredit (Mikrokredite für Armutsbetroffene in den Ländern des Südens).

 
Image

Margit Scherb (A) Dr. soc.

war in der Entwicklungsforschung und viele Jahre für verschiedene österreichische NGOs für den Libanon, die Westsahara und vor allem für Palästina tätig. Von 1999 bis 2003 war sie Länderreferentin für Palästina im BM für Auswärtige Angelegenheiten/Sektion VII. Seit 2004 leitet sie das Referat „Qualitätssicherung und Wissensmanagement“ in der Austrian Development Agency (ADA). Von 1981 bis 2006 war sie Lektorin am Institut für Staatswissenschaften der Universität Wien.

 
Image

 

Kuratierung / Projektverantwortliche
Moderation

Carmen Feuchtner (A) Mag. phil.

Geschäftsführerin und Mitbegründerin „Welt der Kinder“, Historikerin, Pädagogin, Filmwissenschaften. Seit 1994 Aufbau verschiedener sozialer Dienste (Hospizbewegung, Palliative Care-Ausbildung, mit menschen pflegen, Kinderbeteiligung).

 

Gerhard König (A) Dr.med.

Gründer/Vorstand von „Welt der Kinder“, Arzt, Kinder- und Jugendpsychotherapeut, Filmemacher mit mehrfachen Auszeichnungen. Als Tropenmediziner seit 1995 in der humanitären Hilfe tätig (Ärzte ohne Grenzen, Caritas, IKRK etc.) v.a. in Afrika und Zentralasien (Ruanda, Sudan, Tadjikistan, Sierra Leone, Afghanistan).

 

Ulrich Ladurner (I, D) Mag.

seit 1999 außenpolitischer Redakteur der Hamburger Wochenzeitung “DIE ZEIT”, Berichterstattungsgebiete Italien, Balkan, Pakistan, Afghanistan, Lateinamerika, Iran und Irak.

 

 

Symposiumssprachen: Deutsch / Englisch

(Alle Beiträge werden von David und Judith Hansen simultan jeweils ins Deutsche/Englische gedolmetscht.)