Grundlagen 2007-2009

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„Leid, das Erwachsene einander im Bereich mitmenschlicher Beziehungen und gesellschaftlicher Verhältnisse auf zuweilen grausame Weise zufügen, ruft bei dem Untersucher, der sich mit menschlichen Verhaltensweisen beschäftigt, das Verlangen hervor, leiderzeugende Umstände zu verändern und ihre Ursachen wegzunehmen. Neben den Regungen des Entsetzens und der Trauer über die Unvollkommenheit der menschlichen Natur, die auch sein Teil ist, und gesellschaftlicher Ordnungen, an denen er Anteil hat, wird ihn hierbei nie das Bewusstsein verlassen, dass es zugleich auch gilt, bis zu einem gewissen Grad Unvollkommenheit zu ertragen. Leid jedoch, Kindern angetan, ist schlechthin unerträglich“.

Hans Keilson eröffnete mit diesen Worten das Symposium „Kindheit und Trauma I“ im Jahre 2000. Und konturierte das Bemühen von Erwachsenen, Kindern ausreichend gute Lebensumstände zu geben: Müssen wir auch die Unvollkommenheit und Zerstörungskraft der menschlichen Natur ertragen – für unsere Kindern tragen wir eine radikale Verantwortung. Darin verbinden sich überschaubares Handeln im Kleinen, komplexe gesellschaftliche Strukturen und die große Ordnung menschlicher Werte. Wir sind aufgefordert, individuelle und gesellschaftliche Perspektiven für Kinder zu entwickeln, als Grundlage jeder konstruktiven Veränderung auf diesem Globus. Gemeinsam mit unseren Partnern erweitern wir somit die Diskurse und Erkenntnisse aus Kindheit und Trauma (2000-2005) in den 2. Arbeitsschritt unserer Lobby-, Forschungs- und Vermittlungsarbeit. Wir wenden uns dem Zusammenhang von „Kindheit und Gesellschaft“ zu: Der gegenwärtigen Situation von Kindern in einer globalisierten Welt.

Im Leben vieler, allzu vieler Kinder weltweit erzeugen Armut, Verletzung und Vernachlässigung tiefes Leid. Eine wachsende Zahl von Initiativen und Projekten guter Praxis bemühen sich um Ausgleich und lassen hoffen. Um möglichst wirkungsvoll zu handeln bedarf es der interdisziplinären, interkulturellen Perspektive und der Bündelung sinnvoller und gelingender Interventionen – ein Lernprozess, der Brücken schlägt und die besten Einsichten zugunsten von Kindern verbindet. Wir wollen zu einem konzertierten Engagement auf nationaler und internationaler Ebene beitragen, um Interessen entgegenzutreten, die das Wohl der Kinder beeinträchtigen.

Die dafür erforderlichen Foren werden in Form von jährlich und international ausgeschriebenen Symposia zur Verfügung stehen (2007 – 2009). Parallel dazu bereitet eine multi-/interdisziplinäre Experten/Innen-Gruppe die Prozesse vor und interagiert im Rahmen der Symposia mit einer grösseren Öffentlichkeit. Der Diskurs soll folgende Wirkungen ermöglichen:

  • Bewusstseinsbildung und Lobbying für Kinder im öffentlichen Raum,
  • Erkenntnisse über best practice zum Wohle von Kindern (Nord-Süd, Süd-Nord, Süd-Süd),
  • Qualitätsstandards für international tätige Organisationen, die den spezifischen Bedingungen unterschiedlicher kultureller, gesellschaftlicher und politischer Situationen angepasst werden können.

Wir stehen im Austausch mit den ProponentInnen des „Global Marshall Plan“. Im Kontext einer ‚Good Global Governance‘ und dessen Prozessprinzipien definiert das hier vorgestellte Projekt seine Wertschöpfung im Generieren von Standards / Regimen im Sinne der bio-psycho-sozialen Gesundheit von Kindern: Am Ende der drei Jahre soll ein Programm stehen, das die Mitwirkenden am Gesamtprozess mittragen.

Mit diesem Ansatz beziehen wir uns auch auf die Erfüllung der Milleniumsziele der Vereinten Nationen, deren fünf (gesamt acht) unmittelbar der Verbesserung der Lebenssituation von Kindern dienen (Bekämpfung von Armut und Hunger; Primarschulbildung für alle Kinder; substantielle Senkung der Kindersterblichkeit; verbesserte Gesundheit von Müttern; Kampf gegen transmissible Krankheiten). Weitere drei dienen der mittelbaren Verbesserung des Status der Kinder (Frauenrechte; ökologische Nachhaltigkeit/Schutz der Umwelt / sauberes Trinkwasser; Aufbau guter globaler Entwicklungspartnerschaften / Entwicklungszusammenarbeit / Medikamente / Informationstechnologien für alle).

Wir erinnern an die Grundlage aller nachfolgenden Prozesse in Form der Fragestellung: Was können und sollen VertreterInnen der psychosozialen Wissenschaften und Praktiken, und (als Umgebungsfaktoren) der Geistes-, Natur-, Rechts-, Wirtschafts-, Kultur- und Politikwissenschaften mit ihren Wissens- und Erfahrungsbeständen zur Verbesserung der aktuellen Lebenssituationen von Kindern - weltweit und wesenhaft – beitragen?

Dr. Gerhard König, Mag. Carmen Feuchtner (beide Welt der Kinder), und die Partner, vertreten durch Dr. Christoph Hackspiel (Vorarlberger Kinderdorf), Dr. Stefan Allgäuer (Institut für Sozialdienste), Dir. Peter Klinger (Caritas Vlbg), Dr. Christian Honold (SOS Kinderdorf), Ing. Mag. Helmut Fornetran (Arbeitskreis Vorsorge- u. Sozialmedizin), Dr. Wolfgang Aichelburg (Children at Risk / Welt der Kinder)