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"Kindheit und Trauma III"
1. Tag / Eröffnung / Abend
Wir
eröffnen das Symposium mit einer Lesung von Anne Michaels aus ihrem
Buch „Fluchtstücke“, das in 30 Sprachen übersetzt wurde und
international auf große Anerkennung stieß; („Ein Ereignis in der
Roman-Welt, wie die ‚Todesfuge‘ Celans in der Poesie“, Wolfram Schütte,
Frankfurter Rundschau).
„Wie
viele Jahre und Jahrzehnte braucht der Geist, um den Körper zu
vergessen? Wie viel Zeit vergeht, bis der Unterschied zwischen Mord und
Tod verwittert? Wie lange braucht es, damit Versöhnung möglich wird?“
2. Tag
Die
erschütternden, politischen Ereignisse im Nahen Osten, die Vermengungen
historischer Verstrickung mit politischer Unzulänglichkeit, dies ist
das tägliche „Brot“ von Dan Bar On (Israel) und Sami Adwan (Palästina),
die sich der Frage nach der Versöhnung, der Friedensentwicklung im
Angesichte vergangener und gegenwärtiger Gewalt verschreiben. Sie
erforschen und versuchen die Entwicklung eines sozialen Kontextes, in
dem der moralische, soziale und politische Ausschluss des „Anderen“
überwunden werden kann. Gemeinsam berichten sie aus ihren Erfahrungen
und der Arbeit von PRIME (Peace Research Institute in the Middle East).
Die
Frage der Identitätsfindung unter gewalttätigen Umständen greift
Yassaman Montazami (Iran, Frankreich) auf, die zu ihren Erfahrungen mit
Flüchtlingskindern und Jugendlichen aus dem Irak und dem Iran spricht.
Ein Bericht zur Situation des Flüchtlingskindes in Österreich schließt
sich diesen Ausführungen an.
Die
Rolle der Religionen und ihr Einfluss in Krisengebieten, die
Möglichkeiten zur Überbrückung von Klüften, statt deren Vertiefung,
werden am Abend vom Imam der Pariser Moschee, Dalil Boubakeur, und im
Rahmen einer Podiumsdiskussion beleuchtet.
3. Tag
Von
den Erfahrungen in der „Welt“, den sozialen Dimensionen traumatischer
Einwirkungen kommen wir zu den Wirkungen im Kind, zu den
Wechselwirkungen zwischen den geistigen, körperlichen und emotionalen
(Innen-) Räumen des Kindes, in den Einflusssphären von Gewalt und
Vernachlässigung.
Der
Körper als ultimativer Ort der traumatischen Erfahrung, und, der Körper
als Instrument zur Bewältigung seelischer Krisen, durch diese
Konstellation und Entwicklung, der Entwicklung vom selbstschädigenden
Verhalten zur Selbstfürsorge, führt uns Franz Resch (Heidelberg).
Vom
Geist und seiner Antwort auf traumatische Erfahrungen spricht Valerie
Sinason (London), die mit geistig behinderten Kindern psychoanalytisch
arbeitet. „Dumm sein“ hieß in seinen etymologischen Wurzeln
ursprünglich: „vor Kummer benommen“. Sinason zeigt, dass „Dummsein“ ein
Akt der Selbstdarstellung sein kann, in dem unbewusst etwas von
Verwundung, Angst und Verzweiflung aufscheint, aber auch der Versuch,
sich aktiv mit den affektiven Verletzungen auseinander zu setzen.
Barbara
Künschner (Linz) betont die Symbolsprache des Körpers nach Erfahrungen
von sexuellem Missbrauch und legt dar, welche Bedeutung
Entwicklungsbedingungen, Schutz- und Risikofaktoren für die Bewältigung
sexueller Ausbeutung haben.
Alte
arabische Musik, ein Konzert auf der Oud, gespielt von dem weithin
bekannten Musiker Marcel Khalife (Libanon, Paris), begleitet von Peter
Herbert (New York), beschließt diesen Tag.
4. Tag
„Wie
können wir Kinder verstehen? Wie die Äußerungen von Kindern,
Jugendlichen und Erwachsenen im Rahmen therapeutischer Prozesse? „Wie
können wir uns selbst verstehen?“
Hans
Holderegger (Zürich, Psychoanalytiker) geht aus der Perspektive der
Erwachsenenarbeit auf die Übertragungs- und
Gegenübertragungsmechanismen nach frühen Schädigungen und traumatischen
Erfahrungen in der Kindheit ein.
Bruno
Metzmacher (Düsseldorf) spricht aus Sicht der integrativen Therapie
über Interaktionsverstehen und Ressourcenaktivierung in der
unmittelbaren Begegnung mit Kindern und Jugendlichen.
Das
Abschlusspodium, verbunden mit der Präsentation des Projektes „Kids
Guernica“ („Kinder malen den Frieden und ihre Erfahrungen von Gewalt“ -
www.kidsguernica.net) wird in Zusammenfassung der geschehenen Beiträge
erneut und explizit die Frage formulieren: Wie ist Versöhnung möglich,
wie gelingt das Gespräch und Gleichgewicht zwischen dem Allgemeinen und
dem Einzelnen, wie kann Frieden werden, und wie kann Frieden erhalten
werden?
Workshops
Wir
geben den Workshops angemessen Raum und Zeit, damit eine Vertiefung der
in den Referaten statthabenden Ausführungen gelingt, eigenes Erleben
reflektiert, konkrete Kinderschicksale betrachtet und konkrete
Interventionen unmittelbarer und erlebbarer vermittelt werden können.
Österreichische und internationale Organisationen
Es
ist uns ein tiefes Anliegen, die in Österreich in diesem Themenfeld
arbeitenden Organisationen miteinander und mit internationalen
Organisationen zu vernetzen, um für den Arbeitsalltag konkrete
AnsprechpartnerInnen / erfahrene Fachkräfte namhaft zu machen und
konkrete Arbeitsstrategien aufzuzeigen, die sich in der Praxis bewährt
haben, und auch übertragbar sind.
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