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„Kindheit und Trauma VI“
Bindungserfahrungen und Wertebildung
20. - 23. Oktober 2005, Schwarzenberg (A)
Seit heute aber für immer weiß ich:
Die Erde ist wirklich warm -;
Ich gebe Nessel den Brand zurück
Und dem Igel die Stacheln.
aus: Der Pfauenschrei, 1962
Christine Lavant
Wir laden Sie ein: Den Spuren des
Erinnerns und Wissens folgend, des Sprechens und Erzählens, Darstellens
und Singens, den Spuren, die uns in die Anfänge zurückführen. Um zu
sehen, was uns begründet. Wir folgen den Wirkungen frühkindlicher
Erfahrungen, dem Werden des Menschen aus seiner vorstrukturellen
Daseinswelt in das Gefüge seiner emotionalen, kognitiven und sozialen
Lebenswelten, Lebenswelten leiblich verankert. Wir fokusieren die
Wirkung kindlicher Erfahrungswelten auf die Entwicklung von Sinnhaftem
und Lebendigem, von Werten und religiösem Empfinden, und vertiefen
unser Wissen im Spannungsbogen zwischen Flexibilität und Rigidität,
Beweglichkeit und Dogmatik, Stabilität und Verlorenheit.
Wir fragen den Erinnerungsspuren bewusstseinsreicher Menschen nach,
folgen ihren biographischen Erfahrungen, der Gestaltung von Werten in
gelebten Beziehungen, in Würde und Achtsamkeit, in Sinnhaftigkeit und
Abersinn, in Beschädigung und Missachtung, in Zu- und Abwendung von
ethischem und religiösem Daseinsgut.
Wir versuchen in einem gemeinsamen Akt gesellschaftlich und politisch
wirksame Handlungsweisen zu identifizieren, die uns Antworten
ermöglichen. Antworten auf die harte Realität der Weltgesellschaft, auf
ihre Wirklichkeiten, die nach Antworten verlangen, um dem Einzelnen,
der Sozialität das ethische Selbstverständnis zu erhalten, dem
Menschen, den Kindern ein Leben in Würde zu ermöglichen. Wir suchen
nach Antworten auf Unglück und Grausamkeit von Menschen, die zu unser
aller Leidwesen und bewußtseinsvoll gegenwärtig persisitieren. Und
fragen: Warum. Wir verstehen dieses Symposium als Stellungnahme, als
Positionierung, als Reflexion im Inneren, im Intimen, im Eigenen, um
Handlungen zu ermöglichen: Handlungen im sozialen und politischen Feld,
Handlungen auf dem fruchtbaren Boden von Wissen, Erkenntnis und
Erfahrung.
Carmen Feuchtner und Gerhard König, Welt der Kinder
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