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Kindheit und Trauma II

Auswirkungen in der Lebensspanne
Gewalt im Kontext von Geschichte, Lebensgeschichte und Kultur
Lebenswelten – Österreich - Europa - Afrika – Asien

Was geschieht, wenn Kinder Gewalt erfahren? Welches sind die Auswirkungen von schweren Verletzungen – in der Lebenslinie des Kindes, in seinen verschiedenen Lebensphasen, im Leben der Nachfahren? Wie sind die Systeme, in denen Kinder aufwachsen von diesen Fragen betroffen?

Welche Sprachen hat ein Kind, um seinen Erfahrungen Ausdruck zu verleihen?
Welche Bedeutung hat dieser Ausdruck? Welche Ressourcen hat ein Kind, wie sieht Heilung aus, wie die therapeutische Intervention?

Wie müssen wir fragen, wie die Fragen formen, um vom Kind her zu sprechen, nicht über das Kind zu sprechen, sondern mit und vom Kind her zu fragen, zu sein?

Wir stellen Fragen. Wir stellen Fragen, um zu Fragen zu kommen.

Wir versuchen, der Wirkung von Gewalt im Leben der Kinder nachzugehen, um Heilendes herauszukristallisieren, um Möglichkeiten auszuloten, Gewalt vorzubeugen.

Wir versuchen zu differenzieren: Das Spezifische der Gewalterfahrung im Entwicklungsprozess von Kindern - im Verhältnis zur Summe störender Einflüsse anderer Genese. Das Abmessen der Lebensspanne eines Menschen, der traumatischen Erfahrungen ausgesetzt ist und ausgesetzt war - in seinen kurz-, mittel- und langfristigen Folgewirkungen - auf dem Hintergrund der jeweilig verschiedenartigen kulturellen Kontexte.

Wir nähern uns dem Thema schulenübergreifend, unter gleichzeitiger Berücksichtigung des Weltbildes der jeweiligen Therapierichtung.

Wir fragen nach gesellschaftspolitischen Erfordernissen und Verantwortlichkeiten, nach der Verantwortung sozialer Netzwerke, nach grenzüberschreitenden Verantwortlichkeiten. Wir suchen nach der Möglichkeit, im Kontext des Themas, mit Sicht auf die Leiden der Kinder, solidarisch zu sein, Verantwortung zu übernehmen und zu tragen, in dieser Welt, mit dem Wissen um die Geschehnisse auf dieser Welt.

Inhaltliche Gliederung der Tagung

Die Tagung steht, diesen Fragen und Grundsätzen folgend, unter vier thematischen Schwerpunkten, die im Laufe der Tagung durchgeführt werden, sich aufeinander beziehen und berühren und von den unten genannten ReferentInnen vorgetragen werden.

Kindheit und Gewalt, gezeichnet an Körper und Seele - Auswirkungen von komplexen Traumatisierungen auf Kinder und deren Lebensspanne - eine entwicklungspsychologisch fundierte Orientierung
Lars Kuntzag (D), Annette Streeck Fischer (D), Hilarion Petzold (D, NL)

Die Antwort der Kinder - auf zugefügte Gewalt - auf dem Hintergrund ihrer kulturellen Zugehörigkeit
Gertrude Bogyi (A), Sheila Melzak (GB)

Das verletzte Kind im Spannungsfeld von - Kultur - Religion – Psychologie
Westliche psychologische Konzepte im Wirkfeld einer nicht europäischen Kultur // Sinn, Wert und Orientierung - (Psychotherapie und Spiritualität)
Albert Nambaje (Ruanda), Hortense ME Bla (Cote d’Ivoire), Veronica Gradl (A), Lene Handberg (Dänemark)

Gesellschaftspolitische Aspekte und Verantwortlichkeiten in diesen Themenfeldern
Ulrich Ladurner (D), Mehdi Benchelah (Palästina), Dan Bar-On (Israel), Helmut Sax (A), Sheila Melzak (GB), Hilarion Petzold (D, NL), Eva Maria Topel (D, USA)

Aufbau der Tage

Die Referate sind so angeordnet, dass an jedem der Tage eine Vernetzung und Berührung dieser vier thematischen Bereiche stattfinden kann, sodass die disziplinenübergreifende Relevanz des Themas vor Augen geführt und fühlbar, begreifbar wird.

Wir geben den Workshops angemessen Raum und Zeit, damit eine Vertiefung der in den Referaten statthabenden Ausführungen gelingt, konkrete Kinderschicksale betrachtet und konkrete Interventionen unmittelbarer und erlebbarer vermittelt werden können.

Es ist uns ein tiefes Anliegen, die in Österreich in diesem Themenfeld arbeitenden Organisationen miteinander und mit internationalen Organisationen zu vernetzen, um für den Arbeitsalltag konkrete AnsprechpartnerInnen / erfahrene Fachkräfte namhaft zu machen und konkrete Arbeitsstrategien aufzuzeigen, die sich in der Praxis bewährt haben, und auch übertragbar sind.