KINDHEIT UND GEWALT: Biographien der SprecherInnen

 

 

Dan Bar-On, Prof. Dr. Univ.Prof.
Israel / Beer Sheva, Jerusalem

Professor für Psychologie an der Ben-Gurion-Universität Negev. Spezialisiert in Forschung und Therapie von Holocaust Überlebenden. Von 1993 bis 1995 Lehrstuhl am Institut für Verhaltensforschung der „Ben-Gurion-University of the Negev“ in Beer-Sheva. Seit 1996 Inhaber des „David Lopatie Chair for Post-Holocaust Psychological Studies“ und des „Chair of the Center for Dialogue between Populations in Conflict“. Co-Direktor (gemeinsam mit Professor Sami Adwan) von PRIME (Peace Research Institute in the Middle East). Gründer der Dialoggruppen "TRT" (To Reflect and Trust) - Nachfahren von Opfern und Tätern des Holocaust erzählen sich ihre Lebensgeschichten. Erweiterungen der TRT Gruppen auf Populationen in aktuellen Konflikt/Postkonfliktzonen (Südafrika, Palästina, Israel und Nordirland). Publikationen/Bücher: „"Die Last des Schweigens - Interviews mit Nachfahren von Nazi-Tätern". "Angst und Hoffnung - Drei Generationen nach dem Holocaust". „Den Abgrund überbrücken“. „Erzähl dein Leben! Meine Wege zur Dialogarbeit und politischen Verständigung“. Dan Bar-On starb am 4. September 2008 im Alter von 69 Jahren in Tel Aviv infolge einer schweren Krebserkrankung.

 

Gertrude Bogyi, Dr.
Österreich / Wien

Klinische Psychologin und Psychotherapeutin (IP) an der Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters in Wien (AKH). Lehrbeauftragte der Universität Wien. Lehranalytikerin und Präsidentin des Österreichischen Vereins für Individualpsychologie. Geschäftsführerin und psychotherapeutische Leiterin des Ambulatoriums „die Boje“ für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen. Sie arbeitet seit 30 Jahren mit Kindern in akuten Krisensituationen und in der stationären Behandlung. Aufbau der interdisziplinären Bildungsprogramme der IP.

 

Hans Keilson, Prof. Dr. med. Dr.h.c.
Niederlande / Bussum

Psychiater, Psychoanalytiker, Schriftsteller. Studium der Medizin und ärztliche Tätigkeit in Deutschland (bis 1936). Emigration in die Niederlande. Nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen im Jahre (1940) Mitglied des niederländischen Widerstandes. Nach dem Krieg Betreuung jüdischer Kriegswaisen in den Niederlanden. Wegbereitende Grundlagenarbeit zur Traumatisierung von Kindern: „Sequentielle Traumatisierung bei Kindern“ (Deskriptiv-klinische und quantifizierend-statistische follow-up Untersuchung über einen Zeitraum von 34 Jahren (1945 – 1979) zum Schicksal der jüdischen Kriegswaisen in den Niederlanden, Gießen 2001 (Psychosozial-Verlag).

Zahlreiche fachwissenschaftliche Publikationen, die in deutscher, englischer und französischer Sprache erschienen sind. Autor von Romanen und Gedichten. Mitglied und Präsident (1985-88) des PEN Zentrums „German speaking writers abroad“, (mit Sitz in London). 1996 Gastprofessur in Kassel (Franz Rosenzweig Lehrstuhl). 1999 Aufnahme als korrespondierendes Mitglied in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung. Die Universität Bremen verlieh ihm die Ehrendoktorwürde. Romane (Auszüge): „Das Leben geht weiter“, 1933 bei S.Fischer. Wiederauflage 1984 bei S.Fischer in der Reihe. „Verboten und verbrannt/Exil“ 1992, 1996 / „Kommödie in Moll“ / 1947, 1988, S.Fischer / „Der Tod des Widersachers“, 1959, niederländische, englische und amerikanische Ausgaben, wiederaufgelegt bei S.Fischer 1989, 1996. Gedichte: „Sprachwurzellos“, 1986, 1988, 1989 / Essays - Vorträge – Aufsätze: „Wohin die Sprache nicht reicht“. Gießen 1936-1996.
Hans Keilson starb am 31. Mai 2011 im Alter von 102 Jahren in Hilversum (Niederlande).

 

Werner Leixnering, Prim. HR Dr. med.
Österreich / Linz

Facharzt für Psychiatrie und Neurologie (Kinder- und Jugendneuropsychiatrie), Psychotherapeut (Individualpsychologie), allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger. Bis 1990 Oberarzt an der Uni-Klinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters am AKH Wien. Anschließend Leitung der Station für Heilpädagogik und Psychosomatik (AKH) und Leiter der Abteilung Jugendpsychiatrie an der LNK Wagner-Jauregg Linz. Ärztlicher Leiter des Therapiezentrums „Bienenhaus“ der SOS-Kinderdörfer, Hinterbrühl. Präsident des Österreichischen Vereins für Individualpsychologie. Vorstandsmitglied „pro mente Oberösterreich“. Publikationen aus den Bereichen Sozial- und Präventivpsychiatrie des Kindes- und Jugendalters. Sein besonderes Interesse gilt u.a. der Vermeidung von Traumatisierung in Erziehung und Betreuung von Kindern, aber auch der sorgfältigen therapeutischen Unterstützung für Opfer erlittener Gewalt.

 

Sheila Melzak
Great Britain / London

Sheila Melzak ist Kinder- und Jugendspychotherapeutin. Über Jahrzehnte hinweg therapeutische Begleitung von Flüchtlingskindern und –jugendlichen aus Afrika, Asien und Ex-Jugoslawien. Langjährige Leitung der Child and Adolescent Psychotherapy. an der Medical Foundation Caring for Victims of Torture‘ (London). Gründerin und Leiterin des ‚Baobab Centre for Young Survivors in Exile‘ (London).

 

Yassaman Montazami
Iran, Frankreich / Paris

Klinische Psychologin und Psychotherapeutin. Ausgebildet an der Universität Paris. PhD Studentin am „laboratory of the graduate school of psychopathology and psychoanalysis“. Leitende Mitarbeiterin von AVRE/Paris in der therapeutischen Begleitung von Flüchtlingskindern aus aller Welt, im Besonderen von Flüchtlingskindern und Folteropfern aus dem nahen und mittleren Osten.

 

Joachim Walter
Deutschland / Hamburg

Kinderarzt und Kinderpsychiater, u.a. Psychotherapeutische Betreuung von Flüchtlingskindern an der Flüchtlingsambulanz des Universitäts-Krankenhaus Eppendorf.