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Kinder und Jugendliche sind grundlegend darauf angewiesen, dass Menschen ihrer Umgebung – ihre Familie, die Gesellschaft, in der sie aufwachsen - sie schützen und in ihrem Werden unterstützen. In der Sicherheit ihres Umfeldes entwickeln sie die zentralen Kompetenzen ihres Lebens:
Ich sehe mich richtig - Ich fühle mich gut - Ich bringe etwas zustande.
Auf dem Vertrauen ihres Selbst wächst ihre Identität, ihre Liebesfähigkeit, ihre Bereitschaft zu solidarischem und mitmenschlichem Handeln.

Was aber geschieht, wenn Heranwachsende dieses wohlwollende Umfeld nicht vorfinden und eine Gesellschaft diesen Schutz nicht gewähren kann?

Was geschieht, wenn die vertrauten Personen selbst den Kindern Verwundungen zufügen?

Welches sind die Folgen, wenn Kinder statt zärtlicher Fürsorge Gewalt oder kalte Zurückweisung erfahren? Wenn das Vertrauen gebrochen und die Zukunft der Kinder zunichte gemacht oder massiv gestört wird?

Diese Fragen stellen sich angesichts der Tatsache, dass in den vergangenen 10 Jahren weltweit 100 Millionen Kinder von Kriegen betroffen wurden. Sie stellen sich aber auch in Bezug auf Gewalt in der Familie, auf Missbrauch und kinderfeindliche Bedingungen in den Ländern der im Frieden lebenden Welt.

Mit dem Symposium „Kindheit und Trauma“ werden diese Themen aufgegriffen und mit der Frage verbunden: „Ist Heilung nach der Erfahrung schwerer seelischer Verletzungen möglich?“ (und wenn ja – „Was ist heilsam?“)

Dies geschieht, indem verschiedene Ebenen angesprochen werden:

  • Bedeutung der traumatischen Erfahrung im Entwicklungsprozess des Kindes
  • Stand von Wissen und Erfahrung in der Traumatherapie von Kindern
  • Auswirkungen von Gewalt innerhalb der Familie, von vertrauter Hand
  • Auswirkungen von Gewalt, die durch die Gesellschaft verursacht wird
  • Verhältnis dieser beiden traumatischen Erfahrungen zueinander
  • Spätfolgen traumatischer Erfahrungen
  • Sprachen der Kinder – ihre Möglichkeiten, diese Erfahrungen mitzuteilen
  • Kompetenzen, die aus der Heilung traumatischer Erfahrungen erwachsen

Unsere Geschichtsbewältigung ist angefragt, das Verschweigen, die Bürde für die Nachgeborenen, die Last, die durch das Verschweigen von Verletzungen für die seelische Entwicklung der Kindern entsteht.

Ressourcen werden angesprochen, Ressourcen, die in der Offenlegung, Klärung und Aufarbeitung traumatischer Erfahrungen Kompetenzen generieren, die den Kreislauf des Zerstörenden zu unterbrechen vermögen, diesen nicht weiter wirken lassen – als Beitrag zum Frieden, zum Frieden auch mit uns selbst.

Das Symposium gliedert sich in vier Tage. In der Abfolge trägt jeder dieser Tage seinen eigenen Schwerpunkt.

  • Kindheit und Trauma (die Entwicklung des Traumabegriffes)
  • Gewalt in der Familie (versus Gewalt aus der Gesellschaft)
  • Das Kind und der Krieg
  • Die Last des Schweigens (Kinder von Tätern, Kinder von Opfern)

Die Hauptreferate finden an den jeweiligen Vormittagen statt.
(Die fremdsprachlich gehaltenen Referate werden in die deutsche Sprache übersetzt).

Am Nachmittag stellen die in Österreich tätigen Organisationen, die mit gewalt- und kriegstraumatisierten Kindern arbeiten, in Kurzreferaten ihre Arbeit vor. Ein gegenseitiges Kennenlernen eröffnet einen Gesprächsraum, in dem ein gemeinsames Vorgehen diskutiert werden kann. Gesellschaftliche Aspekte werden eine angemessene Berücksichtigung finden und zur Klärung der Fragen führen: Wie können wir als Gesellschaft dazu beitragen, die leiderzeugenden Umstände zu beeinflussen und zu verringern? Wie kann es gelingen, zu einem solidarischen Handeln zu finden?

Beschlossen werden die Tage mit Workshops, in denen die ReferentInnen und die VertreterInnen österreichischer Organisationen die vermittelten fachlichen Impulse ihrer Referate mit konkreten Beispielen aus ihrer (therapeutischen) Arbeit vertiefen.

Grundsätzlich folgen wir als Veranstalter (im Rahmen des Vereins „Welt der Kinder“) der Überzeugung, dass mit der Differenzierung als solcher Fähigkeiten entstehen können, welche Gewalt aufzulösen vermögen. Fähigkeiten, die durch die Verbindung von Wissen und Betroffenheit, durch die Reflexion der fremden und der eigenen Lebenslinie entstehen. Fähigkeiten, die gesellschaftspolitische und soziale Relevanz haben, aber auch innerliche, verinnerlichte Werkzeuge sind, mit deren Hilfe geklärt werden kann, wie sich gewalttätige Ausformungen im Leben eines Menschen auswirken und wie dieser Gewalt entgegengetreten werden kann.

Möge es so gelingen, Spuren in eine heilsame Zukunft zu legen!

Mag. Carmen Feuchtner und Dr. Gerhard König

Weitere Informationen zum Verein „Welt der Kinder“:
Anton Schneider Str. 28, 6900 Bregenz
e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Telefon: 0664 222 0131